Bayern

 

Hauptstadt:
München (1,5 Millionen)
Autokennzeichen:
M
Größtes Volksfest:
Das Oktoberfest
Autos aus Bayern:
BMW und Audi
Einwohner:
12 493 000
Wichtige Stichwörter:
Bayern München, Lederhosen, Berge, Bier
Wissenwertes:
Der Dom St. Stephan in Passau besitzt die
größte Domorgel der Welt
Landesportal:
www.bayern.de

Bayern – das Land der Gemütlichkeit

Es wird von den Bayern gesagt, dass sie das Leben genießen und die Gemütlichkeit lieben. Viele glauben, die Bayern vertreiben sich ihre Zeit mit dem Tanz Schuhplatteln, Jodeln und Fingerhakeln. Und sie lieben vieles, was rund ist: die Knödel, die man isst, die weiß-gelben Zwiebeltürme der Dorfkirchen und die Berge der Voralpen.

Die Landeshauptstadt München

München ist die drittgröβte Stadt in Deutschland und eine der vier deutschen Millionenstädte. München ist auf der ganzen Welt bekannt und ein sehr beliebtes Reiseziel. Jedes Jahr besuchen mehr als 5 Millionen Touristen München, aber was gibt es in München zu sehen? Warum kommen die Touristen?

Hier sind einige Gründe:

  • Die Stadt ist sehr gemütlich und lebenslustig, und die Münchner feiern gern, z. B. beim Oktoberfest oder zum Fasching.
  • Es gibt prachtvolle Kirchen, z. B. die Frauenkirche.
  • Es gibt groβe Schlösser, z. B. Nymphenburg.
  • Der Englische Garten ist ein wunderschöner großer Park, in dem man sogar surfen kann!
  • München hat elegante Einkaufsstraßen und sehr viele Restaurants und Kneipen.
  • München hat über 40 Theater und mehr als 50 Museen.
  • Und Fuβballfans denken natürlich gleich an Bayern München, den erfolgreichsten deutschen Fußballverein.

Kitsch und Klischee in Bayern

Das Mädchen im Dirndl, der traditionellen Volkstracht, bringt eine große Maß Bier, ein Junge mit Lederhosen bläst ins Alphorn. Jeder kennt ihn – den Klischeebayern. Man findet ihn auf jeder Postkarte. Die frische Luft, der blaue Himmel, die grüne Wiese und der gesunde, lächelnde Bayer mittendrin.

Für viele Ausländer gilt bayerische Folklore als "urdeutsch", und alte Traditionen wie zum Beispiel das Dirndl und die Lederhose haben in Bayern deshalb einen ganz besonderen Stellenwert.

Eine Tracht ist so etwas wie ein norwegischer "Bunad", und in Bayern gibt es Trachten oder Dirndl für jede Gelegenheit. Es gibt viele Trachten, die sich nach Region, Religion und Rang unterscheiden.

Schon im 19. Jahrhundert begann in Bayern ein richtiger Trachtenboom. Mit den Trachten wollte man "zur Hebung des bayerischen Nationalgefühls" beitragen und das bayerische Selbstbewusstsein stärken. König Maximilian II. trug als erster König von Bayern selbst eine Tracht.

Bis heute wird die Tracht bei besonderen Gelegenheiten von vielen Bayern hervorgeholt. Beim Oktoberfest tragen sehr viele Bayern eine Tracht, und viele Touristen kaufen sich eine als Souvenir.

Das Oktoberfest

Die wichtigste Party in Bayern ist das Oktoberfest. Die größte Bierparty der Welt lockt Millionen von Touristen nach München.

Der Ursprung des Festes war die Hochzeit von Ludwig von Bayern und Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen im Jahre 1810. Zur Unterhaltung für die Gäste veranstaltete man im Anschluss an die Feierlichkeiten ein Pferderennen auf der nach der Braut benannten Theresienwiese. Hier wurde Bier getrunken und gegessen. Den Bürgern hatte das Fest so gut gefallen, dass sie es – auch ohne Hochzeit – von nun an jedes Jahr feierten. Schon im Jahre 1818 gab es das erste Karussell.

Viele denken natürlich zuerst an Bier, wenn sie das Wort Oktoberfest hören. Und es wird tatsächlich sehr viel Bier getrunken: Rund sechs Millionen Liter fließen beim Oktoberfest, das zwei bis drei Wochen dauert, aus den Zapfhähnen. Die Tradition verlangt, dass das Bier innerhalb der Stadtgrenzen von München gebraut wird. In den schön geschmückten Bierzelten kann man viel Live-Musik hören, man sollte jedoch auch bayerische Volksmusik mögen.

Auf dem Oktoberfest gibt es auch viele Leckereien wie Brezel, Radi, Obazda, Salzgurken, Bratwurst, Hähnchen vom Grill oder Schweinshaxe. Eine Brezel ist ein salziges Gebäck aus Hefeteig, Radi sind Rettiche, die in dünne Scheiben geschnitten und meisten auch gesalzen sind. Obazda ist eine bayerische Käsespezialität aus Camembert, Zwiebeln, Paprika und Kümmel. Das ist sehr lecker!

Bier in Bayern

Überall in Bayern wird Bier gebraut. Besonders viel jedoch in der bayerischen Region Franken. Hier gibt es über 300 kleine und große Brauereien. Wenn man Bier brauen möchte, braucht man neben Getreidemalz und Wasser unbedingt Hopfen. Dieser wird vor allem in der Region Niederbayern, in der sogenannten Hallertau angebaut. Es ist das größte zusammenhängende Hopfen-Anbaugebiet der Welt.

Weizenbier und Bockbier sind bekannte Biersorten aus Bayern. Diese Biersorten wurden in den letzten Jahrzehnten auch im übrigen Deutschland immer beliebter und werden überall gern getrunken.

Skifahren in Bayern

Magst du Skifahren? In Bayern gibt es mehrere tolle Skigebiete. Jeder kennt zum Beispiel Garmisch-Partenkirchen oder Oberstdorf.

Garmisch-Partenkirchen ist ein sehr beliebtes Skigebiet für viele Wintersport-Urlauber. Mit 26 000 Einwohnern ist es eines der größten Skigebiete im Voralpenland. Direkt an der Zugspitze gelegen ist der Ort (der keine offizielle Stadt ist) perfekt für Wintersportler. Hier kann man herrlich Skiurlaub machen.

Oberstdorf ist ein Skiparadies mit insgesamt 124 Kilometer Pisten. Hier befindet sich unter anderem die längste Abfahrtspiste Deutschlands mit einer Länge von 7,5 Kilometern.

Der Märchenkönig aus Bayern und seine Märchenschlösser

Hast du schon einmal von dem König Ludwig II. von Bayern gehört? Ludwig II. (1845–1886) ist der Märchenkönig aus Bayern. Er wurde in München geboren und wuchs unter anderem im Schloss Nymphenburg in München auf. Sein Vater war der bayerische König Max II., und als ältester Sohn sollte Ludwig irgendwann die Krone von seinem Vater erben.

Aber warum ist dieser Ludwig so bekannt? Die Antwort ist einfach: aufgrund seiner Schlösser und seines Lebensstils.

Ludwig liebte den französischen Sonnenkönig Ludwig XIV. und dessen Schloss in Versailles bei Paris. Genau wie der französische Sonnenkönig 200 Jahre vor ihm, wollte Ludwig II. ein großer Herrscher werden. Er wünschte sich, dass alle Menschen ihm zu Füßen liegen.

Aber es kam ganz anders: Im Jahre 1864 stirbt König Max II., als Ludwig gerade 18 Jahre alt ist. Seine Aufgabe ist es nun, tatsächlich König zu sein, doch er muss zunächst lernen, dass seine Träume nicht Wirklichkeit werden können. Denn die Zeit der absoluten Monarchie in Europa ist vorbei, und er merkt nun, dass er nicht der neue Sonnenkönig werden kann. Das Regieren überlässt er seinen Ministern. Er hat nicht viel übrig für Politik und beginnt, sich für Kunst und Architektur zu interessieren. Er fühlt sich missverstanden und vom Volk abgelehnt. Jetzt möchte er zumindest spielen, dass er ein großer Herrscher ist und versinkt in seiner persönlichen Traumwelt. In dieser Zeit beginnt der Bau der wundervollen Schlösser.

Ludwig II. lässt drei Märchenschlösser bauen: Linderhof bei Ettal in Oberbayern ist sein Rokoko-Schlösschen, Neuschwanstein bei Füssen ist seine romantische Ritterburg und Herrenchiemsee auf der gleichnamigen Insel im Chiemsee ist "sein Versailles".

Es kostet natürlich ein Vermögen, solche tollen Bauwerke zu errichten, und Ludwig gibt für diese Schlösser fast das gesamte königliche Vermögen aus. Die besten Handwerker arbeiten für ihn und sie verwenden die schönsten und teuersten Materialien. Seine Verschwendungssucht, seine extreme Zurückgezogenheit und sein Desinteresse an Staatsangelegenheiten führten schließlich 1886 zu seiner Entmündigung aufgrund einer angeblichen Geisteskrankheit, die jedoch sehr umstritten war. Ludwig ertrank wenige Tage später unter nie ganz geklärten Umständen im Starnberger See (Oberbayern).

Nur einige Wochen nach dem Tod des menschenscheuen Königs Ludwig II. wurde Neuschwanstein im Jahr 1886 für Besucher geöffnet. Der einsame König hatte die Burg bauen lassen, um sich vor der Öffentlichkeit zurückzuziehen, doch sein Märchenschloss wurde zu einem der größten Publikumsmagneten weltweit.

Rund 1,3 Millionen Menschen besuchen jährlich die Märchenburg Neuschwanstein. Im Sommer ist es fast nicht möglich, das Schloss richtig zu sehen, denn im Durchschnitt gehen täglich mehr als 6000 Besucher durch die Räume, die damals nur für einen einzigen Bewohner bestimmt waren – für Ludwig II.

Ludwig II. wurde nicht der große Herrscher und Sonnenkönig, und sein Tod ist immer noch ein Mysterium, aber seine wunderschönen Schlösser sind ein Symbol für eine märchenhafte Welt.

Bertolt Brecht

Der Augsburger Bertolt Brecht (1898–1956) gilt als einer der wichtigsten deutschen Schriftsteller und Theatermacher. Neben vielen, meist sehr gesellschaftskritischen Dramen schrieb er zum Beispiel auch Lieder, Gedichte und Kurzgeschichten.

Brecht wollte die Theaterbesucher zum Nachdenken und Nachfragen anregen, nicht zum Mitfühlen. Brecht nannte dies den "Verfremdungseffekt". Er "verfremdete" das Schauspiel, damit die Zuschauer nichts beim Sehen fühlen, sondern lieber etwas lernen.

Typisches Essen aus Bayern

Das Essen in Bayern wird oft als besonders traditionell bezeichnet, und Bayern ist berühmt für seine deftige Küche mit Eintöpfen wie Pichelsteiner oder Zwischenmahlzeiten ("Brotzeiten") wie Leberkäs, Griebenschmalz mit Brot und selbstverständlich Weißwurst mit süßem Senf. Auch die Prinzregententorte ist typisch bayerisch.

Der Pichelsteiner Eintopf besteht aus Lamm-, Rind- und Schweinefleisch mit verschiedenem Gemüse wie z. B. Karotten und Kartoffeln.

Der Leberkäs wird auch Fleischkäse genannt und ist ein echter Klassiker in der bayerischen Küche. Er wird mit Kartoffelsalat und Spiegeleiern als warme Hauptmahlzeit serviert oder auch mit sauren Gurken zusammen in ein Brötchen gesteckt – als Snack zwischendurch. Der Erfinder des Leberkäs ist ein Fleischer, der vor 200 Jahren in Bayern lebte. Er benutzte eine Brotform und backte darin fein gehacktes Schweine- und Rindfleisch. Es ist also keine Leber in dem bayerischen Leberkäs enthalten.

Die Weißwurst ist eine Spezialität aus München. Diese Wurst hat eine sehr lange Tradition. 1857 wurde die erste Weißwurst im Gasthaus zum „Ewigen Licht“ serviert. Seitdem wird sie bei jedem Fest gereicht und wird auch nach wie vor überwiegend vormittags als Snack gegessen.

Griebenschmalz ist auch eine echt bayerische Spezialität. Der Schweineschmalz ist gleichmäßig mit Grieben, das sind Speckstücke, durchsetzt und mit Äpfeln und Zwiebeln gemischt. Serviert wird Griebenschmalz als Brotaufstrich.

Die Prinzregententorte ist ein Traum aus Schokolade. Die Torte besteht traditionell aus acht sich abwechselnden Schichten dünnen Biskuitbodens und aromatischer Schokoladencreme, überzogen ist der Kuchen mit einem Schokoladenguss. Die Schichten sollen die damaligen acht Regierungsbezirke Bayerns repräsentieren.

Guten Appetit!

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