Hessen

Hauptstadt:
Wiesbaden (276 000 Einwohner)
Autokennzeichen Wiesbaden:
WI
Bekannte Personen:
Johann Wolfgang von Goethe und die Brüder Grimm
Höchster Berg:
die Wasserkuppe
Bekannte Mittelgebirge:
die Rhön und der Taunus
Wichtigste Stadt:
Frankfurt am Main
Einwohner:
6 083 000
Landesportal:
www.hessen.de

Hessen – das Bundesland der Würste

Jeder in Deutschland kennt den Ausdruck "Es ist mir wurscht", was so viel bedeutet wie "es ist mir egal". Aber wenn in Hessen eines nicht wurscht ist, dann die Wurst. In keinem deutschen Bundesland wurde die Kunst der Wurstherstellung so verfeinert. Ein besonderer Leckerbissen ist die Ahle Wurst. Hast du Lust auf eine deftige Wurst bekommen? Dann nichts wie ab nach Hessen!

Die Landeshauptstadt Wiesbaden

Wiesbaden ist die Landeshauptstadt von Hessen und nach Frankfurt am Main die zweitgrößte Stadt des Bundeslandes.

In der Innenstadt von Wiesbaden gibt es – zum Beispiel am Schlossplatz – viele schöne Gebäude zu besichtigen. Das alte Rathaus ist das älteste Gebäude in der Altstadt und wird heute als Standesamt genutzt. Hier kann man natürlich ständig Hochzeitsgesellschaften beobachten.

Die schöne Villa Söhnlein-Pabst wurde nach dem Vorbild des Weißen Hauses in Washington für den Sektfabrikanten Friedrich Wilhelm Söhnlein und seine amerikanische Frau gebaut.

In Wiesbaden gibt es auch die berühmten Thermalquellen. In diesem Bad, dessen Wasser Linderung bei verschiedenen Krankheiten verspricht, kann man gut.

Frankfurt am Main

Wer an die Stadt am Main denkt, denkt an Flughafen, Paulskirche, Goethe und Frankfurter Würstchen, an Börse, Buchmesse und Skyline.

Die Banken- und Börsenstadt

Frankfurt am Main ist mit 680 000 Einwohnern die größte hessische Stadt und die fünftgrößte in Deutschland. Frankfurt ist eine wichtige Banken- und Börsenstadt und gilt als Finanzzentrum Deutschlands. Die Frankfurter Börse ist die größte in Deutschland und die zweitgrößte in Europa. Die Stadt am Main wird oft als kleinste Metropole der Welt bezeichnet.

Frankfurt ist auch für seine Hochhäuser bekannt. In einem dieser riesigen Wolkenkratzer befindet sich zum Beispiel die Zentrale der Deutschen Bank. Da die Hochhäuser in Frankfurt am Main ein bisschen aussehen wie die in New Yorks Stadtteil Manhattan, nennt man Frankfurt auch gern „Mainhattan“.

Die internationale Stadt mit der großen Buchmesse

In der Stadt gibt es jährlich eine sehr große Buchmesse, die Verlage und Literaturinteressierte aus vielen Ländern in die Stadt lockt.
Kein Zweifel: Frankfurt bringt auf interessante Art und Weise Gegensätzliches zusammen. Frankfurt ist eine kleine Weltstadt, und in den Straßen ist Vielsprachigkeit selbstverständlich, denn hier leben viele Nationalitäten nebeneinander.

Der Frankfurter Flughafen

Der Frankfurter Flughafen ist Europas größter Fracht- und zweitgrößter Passagierflughafen. Am Flughafen arbeiten täglich über 62 000 Menschen. Hier findet man etwa 500 Firmen, und damit ist dieser Flughafen Deutschlands größter Arbeitsplatz. Von hier aus kann man beinahe überall hinfliegen. Pro Jahr starten etwa 50 Millionen Flugreisende von diesem Flughafen. Das Flughafengelände ist sogar ein eigenständiger Stadtteil.

Kassel und die Documenta

Kassel ist ebenfalls eine international bekannte Stadt, besonders wegen ihrer Kunstausstellung Documenta. Die weltweit bekannte und anerkannte Austellung für moderne Kunst findet nur alle fünf Jahre und immer in Kassel statt.

Zum ersten Mal wurde sie auf Initiative des Kasselaner Künstlers Arnold Bode (1900–1977) im Jahre 1955 veranstaltet. Er wollte nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg die moderne Kunst wieder mehr in den Blickpunkt rücken. Die Nazis hatten die meisten modernen Kunstwerke als "entartete Kunst" bezeichnet, Bode wollte dem deutschen Publikum nun moderne Kunst präsentieren.

Den Titel "Documenta" hatte er gewählt, weil er sich wünschte, dass die Ausstellung die Kunst dokumentieren und mit der Wirklichkeit verknüpfen sollte.

Die Documenta ist nicht nur eine der wichtigsten Ausstellungen für Gegenwartskunst, sondern auch sehr beliebt. Zwischen 650 000 und 700 000 Kunstinteressierte besuchen in der Regel diese Ausstellung.

Das Essen in Hessen

Die Ahle Wurst

"Ahle" bedeutet im hessischen Dialekt "alt" und soll zeigen, dass es sich um eine lange gereifte Wurst handelt. Die Rohwurst wird aus Schweinemuskelfleisch und Schweinespeck hergestellt und je nach Region u. a. mit Salz, Pfeffer, Muskat, Nelkenpfeffer oder Kümmel gewürzt. Das besondere Kennzeichen der Wurst ist die langsame Reifung bei hoher Luftfeuchtigkeit, die für das besondere Aroma sorgt.

Handkäs

Der Handkäse ist ein magerer Sauermilchkäse und eine echte hessische Spezialität. Der Name entstand in einer Zeit, als der Käse noch mit der Hand in Form gebracht wurde. Das fettarme Milchprodukt ist auch unter der Bezeichnung "Handkäs mit Musik" bekannt. Der Zusatz "mit Musik" bedeutet, dass der Käse in einer Marinade aus Zwiebeln, Essig, Öl und Kümmel eingelegt wurde. In dieser Form ist der "Handkäs mit Musik" ein beliebter Imbiss in der Kneipe.

Grüne Sauce

Die "Grie Soß", also Grüne Sauce, ist eine echte hessische Spezialität. Angeblich stammt das Rezept ursprünglich sogar aus dem Orient. Besonders raffiniert ist die Frankfurter "Grie Soß", die traditionell aus genau sieben Kräutern besteht. In Frankfurt gibt es sogar ein Denkmal für die Grüne Sauce. Die kalt servierte Sauce wird gern zu gekochten Eiern, Fleisch oder kaltem Braten und Kartoffeln gereicht. Die Saucensaison beginnt passenderweise am Gründonnerstag und dauert bis zum ersten Frost im Herbst.

Apfelwein

Eine weitere Spezialität aus Hessen ist der Apfelwein, der sogenannte Äbbelwoi, der vor allem in Frankfurt getrunken wird. Dieser Fruchtwein wird aus möglichst sauren Äpfeln gekeltert und vergoren. Der natürliche Alkoholgehalt beträgt 5 bis 7 Prozent. Apfelwein hat einen herben, sauren Geschmack.

Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main geboren. Er war Dichter, Schriftsteller und Naturwissenschaftler. Man nannte ihn ein Universalgenie, da er auf so vielen Gebieten ein hervorragendes Wissen hatte.

Sein Vater, Johann Caspar Goethe, war ein bedeutender Jurist, der sehr viel Wert auf die Ausbildung seines Sohns legte. Der junge Johann Wolfgang von Goethe studierte in Leipzig und Straßburg und wurde Anwalt. Später zog er nach Weimar, wo er Friedrich Schiller kennenlernte. Ihre Freundschaft dauerte bis zu Schillers Tod im Jahre 1805.

Goethe gilt weltweit immer noch als der wichtigste deutsche Dichter, und der Faust wird weltweit als eines der wichtigsten und größten literarischen Werke der Literaturgeschichte angesehen. Das Drama um den zweifelnden und strebenden Wissenschaftler Faust, der auf der Suche nach Glück und wahrer Erkenntnis einen Pakt mit dem Teufel schließt, ist voller weltberühmter Sätze und Verse.

Andere bekannte Werke von Goethe sind unter anderem: Die Leiden des jungen Werther, Die Wahlverwandtschaften, Italienische Reise oder Wilhelm Meisters Lehr- bzw. Wanderjahre.

Die Brüder Grimm

Die Brüder Grimm, Jakob (1785¬–1863) und Wilhelm (1786–1859), wurden in Hanau in Hessen geboren und lebten und arbeiteten ihr ganzes Leben zusammen. Die Brüder waren Spezialisten für deutsche Literatur und sammelten Märchen, weil sie der Meinung waren, dass in diesen die echte Seele eines Volkes liegt.

Die Grimms reisten sechs Jahre lang durch Hessen und ließen sich von Lehrern, Bauern, Pfarrern und Dichtern Märchen erzählen. Diese Geschichten waren bis dahin noch nie niedergeschrieben worden, sondern wurden immer nur mündlich von einer Generation zur nächsten überliefert.

Die Brüder Grimm versuchten, die Märchen so rein und echt wie möglich wiederzugeben, im Gegensatz zu früheren Sammlungen, die zu weit von der mündlichen Überlieferung entfernt waren. Es gibt aber nicht nur deutsche Märchen in ihrer Sammlung, sondern auch ausländische.

Einige der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm sind: "Hänsel und Gretel", "Schneewittchen", "Aschenputtel", "Der Wolf und die sieben Geißlein", "Frau Holle" und "Rapunzel".

Die Brüder Grimm haben sich aber auch anderweitig um die deutsche Sprache verdient gemacht: Sie sind unter anderem die Begründer des berühmten Deutschen Wörterbuches. Dieses Monumentalwerk der deutschen Sprache, das die Bedeutung und Verwendung deutscher Worte mit Belegen z. B. aus der Literatur verzeichnet, wurde erst 1961 von den Nachfolgern der Brüder Grimm fertiggestellt.

Sehenswürdigkeiten in Hessen

Im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel stehen die Löwenburg, das Herkulesdenkmal und das Schloss Wilhelmshöhe. Der Bergpark sieht aus wie ein englischer Landschaftspark. In Kassel gibt es viele Parkanlagen, die besonders für ihre künstlichen Gewässer und ihre schönen Pflanzen bekannt sind. Hierhin kann man tolle Ausflüge machen.

In der Nähe der Stadt Bad Homburg im Taunus liegt der Hessenpark. Es ist ein Freilichtmuseum mit über 100 Fachwerkhäusern, kulturgeschichtlichen Objekten aus vier Jahrhunderten, altem Handwerk und traditioneller Landwirtschaft. Hier gibt es Ausstellungen, Führungen, Vorführungen, Veranstaltungen, und man kann auf anregende und unterhaltsame Weise mehr über das frühere Leben der Menschen, sowie viel zur Kulturgeschichte von Hessen lernen.

In der Rhön, dem Mittelgebirge im hessischen Grenzgebiet zu Bayern und Thüringen, gibt es viele schöne Wanderwege, und auch mit dem Fahrrad kann man die wundervolle Landschaft erforschen. Wenn man den Berg Wasserkuppe besichtigt, kann man auch gleich einen Ausflug ins Segelflugmuseum machen. Außerdem kann man sogar im Winter Ski fahren bzw. im Sommer die Sommerrodelbahn ausprobieren. Man nutzt einfach den Sessellift. Wenn du hohe Geschwindigkeiten magst, ist das Rodeln ein tolles Erlebnis!

Das Mathematikum in Gießen ist ein Mitmachmuseum zum Thema Mathematik. Tolle Experimente werden dort veranstaltet: Zum Beispiel kann man dort riesige Seifenblasen erzeugen, in denen man selbst stehen kann.

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