Niedersachsen

Hauptstadt:
Hannover (519 000 Einwohner)
Autokennzeichen Hannover:
H
Lieblingstiere:
Pferde (Hannoveraner, Oldenburger
und Friesen)
Lustiges Wort:
Heidschnucke = Schaf
Lieblingsmärchen:
Der Rattenfänger von Hameln
Einwohner:
7 983 000
Landesportal:
www.niedersachsen.de

Niedersachsen – das Land des urbanen Menschen

Wenn man ein urbaner Mensch ist und gern in Städten lebt, dann sollte man unbedingt Niedersachsen besuchen. In Niedersachsen gibt es zahlreiche Städte zu entdecken, die sehr unterschiedlich sind und etwas ganz Besonderes haben. Es gibt viele romantische Städte mit historischen Altstädten, aber auch lebhaftes Treiben in Niedersachsens Großstädten. Magst du Wasser? Dann kannst du die schönen Inseln und Hafenstädte Niedersachsens besuchen. Wenn du Architektur magst, solltest du die UNESCO-Weltkulturerbestätten besichtigen.

Die Landeshauptstadt Hannover

Hannover ist eine Großstadt im Grünen, eine attraktive Sportstadt und eine abwechslungsreiche Stadt mit vielen Veranstaltungen. Aber durch die jährliche CeBIT, eine große Computermesse, ist Hannover vor allem als Messestadt bekannt.

In Hannover kann man in den Herrenhäuser Gärten spazierengehen oder durch die historische Altstadt bummeln. Das alte und das neue Rathaus von Hannover sind ebenfalls sehenswerte Gebäude. Es hat zwölf Jahre gedauert, das Neue Rathaus zu bauen, erst 1913 ist es festlich eingeweiht worden. Heute gilt es als Wahrzeichen von Hannover. Die Rathauskuppel ist fast 100 Meter hoch.

Magst du Tiere? In Hannover gibt es einen tollen Zoo! Hier kannst du über 2000 Tiere entdecken. Die Tiere in diesem Tiergarten sitzen nicht einfach in einem Käfig. Nein, in Hannover wohnen die Tiere in einzigartigen und aufwändig gestalteten Welten. Hier kann man die Tiere z. B. auf einer  Bootsfahrt auf dem Sambesi oder in einem indischen Dschungelpalast erleben. Viel Spaß beim Tiere angucken!

Wie du siehst: Hannover hat für jeden etwas!

Wattwanderung in Niedersachsen

Im Nordwesten wird das Bundesland von der Nordsee begrenzt. Etwa fünf bis zehn Kilometer von der Küste entfernt befinden sich die Ostfriesischen Inseln. Durch das Wattenmeer vor einigen dieser Inseln, aber zum Beispiel auch vor der Küste Cuxhavens an der Elbmündung kann man während der Ebbezeit einzigartige Wattwanderungen unternehmen. Teilweise kann man dabei von den Inseln bis zum Festland oder umgekehrt wandern.

Das Watt, der Meeresboden, der nur bei Ebbe freiliegt, besteht aus Schlick. Das ist eine sandig-tonig-kalkige Anschwemmung des Meeres mit organischen Beimischungen.

Aber wie funktioniert eine Wattwanderung eigentlich? Man macht so eine Wanderung meistens in organisierten Gruppen mit einem Wattführer zusammen. Man muss die Schuhe ausziehen und barfuß gehen.

Am Anfang ist es vielleicht ein bisschen kühl und unangenehm, und es kann sich sogar etwas schleimig anfühlen, aber dann gewöhnt man sich daran, und es ist ein angenehmes Gefühl, manchmal leicht in den Schlick einzusinken. Es gibt aber auch Abschnitte mit recht festem Wattboden. Die Füße werden nach und nach wärmer, und man spürt, dass das Watt den Füßen sehr guttut.

Hameln – die Rattenfängerstadt

Die Stadt Hameln liegt südwestlich von Hannover, und mit der Stadt verbindet man die Sage des Rattenfängers von Hameln.

So lautet die Sage:

Der Rattenfänger von Hameln

Im Jahre 1284 kam ein seltsam aussehender Mann nach Hameln. Er hatte bunte Kleider an und sagte: "Ich bin Rattenfänger. Für 1000 Taler werde ich die Stadt von allen Mäusen und Ratten befreien."

Die Bürger der Stadt versprachen ihm den Lohn, den er verlangte. Der Rattenfänger zog ein Pfeifchen heraus und begann zu pfeifen. Da kamen gleich die Ratten und Mäuse aus allen Häusern heraus und sammelten sich um ihn. Er ging pfeifend aus der Stadt hinaus und in den Fluss Weser hinein. Die große Schar von Tieren folgte ihm ins Wasser und ertrank. Aber als die Mäuse und Ratten verschwunden waren, wollten die Bürger dem Rattenfänger den Lohn nicht bezahlen. Ohne ein Wort ging er davon.

Am 26. Juni kam er jedoch – mit einer roten Mütze und als Jäger verkleidet – nach Hameln zurück. Während alle Erwachsenen in der Kirche waren, ließ er seine Pfeife wieder durch die Stadt ertönen. Diesmal kamen nicht die Ratten und Mäuse, sondern die Kinder, Jungen und Mädchen in großer Zahl, angelaufen. Diese führte er spielend zum Osttor der Stadt hinaus zu einem Berg, wo er mit ihnen verschwand.

Nur zwei Kinder kehrten zurück, weil sie zurückgeblieben waren: Das eine war blind, sodass es den Weg nicht zeigen konnte, das andere war stumm, sodass es nichts erzählen konnte. Und ein kleiner Junge war überhaupt nicht mitgegangen, weil er zurückgelaufen war, um seinen Mantel zu holen.
Man sagt, der Rattenfänger habe die Kinder in eine Höhle geführt und sei dann mit ihnen bis nach Siebenbürgen in Rumänien gewandert. 130 Kinder waren verloren.

Nach den Brüdern Grimm, "Deutsche Sagen"

Was isst man in Niedersachsen?

In Niedersachsen wird von der Heide bis zur Nordseeküste überall gut gegessen. Hannoversches Zungenragout oder Emsländer Buchweizenpfannkuchen sind einige der Spezialitäten. Regionale Obst- und Gemüseprodukte sind besonders beliebt.

Die Lüneburger Heide gehört zu den deutschen Hauptanbaugebieten von Spargel und Kartoffeln. Spargel ist ein Lieblingsgemüse der Deutschen.

Nach dem ersten Winterfrost ist ein anderes Gemüse sehr populär: der Grünkohl. Das bekannteste Grünkohlgericht ist "Kohl und Pinkel". Das ist Grünkohl mit einer speziellen Wurst und Kasselerschinken. In Niedersachsen trifft man sich gern zum Grünkohlfest.

Während der Apfelzeit im Spätsommer und Herbst werden besonders viele Produkte aus Äpfeln gegessen oder getrunken: Es gibt Apfelkuchen, Apfeltee, Apfelsaft, Pfannkuchen mit Äpfeln, Fleischgerichte mit Äpfeln und natürlich auch Apfelkorn, den beliebten Schnaps.

Grasende Heidschnucken sind gewöhnlich in der Lüneburger Heide zu finden. Schnucken sind Schafe. Sie sind eine besondere Spezialität, denn sie haben ein sehr leckeres und fettarmes Fleisch. Heidschnuckenbraten und verschiedene Wurstprodukte werden aus dem Fleisch dieser Schafe hergestellt.

England ist für seine Teatime bekannt. Aber auch in Ostfriesland ist fast immer Teezeit oder Teetied, wie es auf Plattdeutsch heißt. Der Tee wird mit Kluntje, das ist Kandiszucker, und Sahne getrunken. Plattdeutsch ist ein alter norddeutscher Dialekt.

Volkswagen in Wolfsburg

Am 7. März 1934 gab es eine internationale Autoausstellung in Berlin. Der deutsche Diktator Adolf Hitler forderte den Bau eines Autos für die normale Bevölkerung.

Das Auto sollte …:

  • 100 km/h auf der Autobahn halten
  • für Familien geeignet sein
  • vier Sitzplätze haben
  • preisgünstig sein
  • sparsam im Verbrauch sein
  • unter 1000 Reichsmark kosten

Ferdinand Porsche, der in Stuttgart eine Firma hatte, wurde beauftragt, den Prototyp eines solchen Wagens zu bauen. Letztlich verhinderte der Zweite Weltkrieg, dass der Wagen in Serie gehen konnte. Der erst 1946 erstmals verkaufte VW-Käfer wurde aber schließlich ein Riesenerfolg.
Die Volkswagen AG (abgekürzt VW AG) hat heute ihren Hauptsitz in Wolfsburg in Niedersachsen. Sie ist der größte Automobilhersteller Europas und weltweit der zweitgrößte.

Die Volkswagen AG hat zahlreiche andere Autoproduzenten aufgekauft, und somit gehören u. a. auch Audi, Bentley, Bugatti, Lamborghini, MAN, Porsche, Scania, Seat und Skoda zur VW AG.

Wilhelm Busch

Viele kennen die Geschichten von "Max und Moritz". Der Autor und Zeichner dieser Geschichten heißt Wilhelm Busch (1832–1908). Er wurde in Wiedensahl südlich von Hannover geboren.

Max und Moritz sind zwei Jungen, die für sehr viel Unruhe sorgen. Sie machen viel Quatsch und hören nicht gern auf Erwachsene.

Wilhelm Busch hat viele lustige Geschichten für Kinder und Erwachsene gezeichnet, er gilt heute als einer der Pioniere des Comics.

Werner von Siemens

Auch der vielseitige Erfinder und Unternehmer Werner von Siemens (1816–1892) stammt aus Niedersachsen. Er wurde ebenfalls in der Nähe von Hannover geboren. Siemens war maßgebend an der Entwicklung und Produktion der ersten modernen Telegrafen und Telegrafenleitungen beteiligt.

Werner von Siemens hat aber nicht nur den Vorläufer der heutigen Telefonleitung erfunden, sondern z. B. auch den Dynamo und den ersten elektrischen Aufzug. Außerdem gilt er als Begründer der Elektrotechnik.

Noch heute kann man vieles von der Firma Siemens kaufen, z. B. Küchengeräte, Waschmaschinen, Staubsauger etc. Wie viele Produkte von Siemens hast du bei dir zu Hause?

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