Sachsen

Hauptstadt:
Dresden (523 000 Einwohner)
Autokennzeichen Dresden: 
DD
Beliebtestes Auto:
der Trabant aus Zwickau
Lieblingskuchen:
Dresdener Christstollen
Lieblingsmusik:
Oper aus der Semperoper
Größtes Volksfest:
Tag der Sachsen
Einwohner:
4 136 000
Landesportal: 
www.sachsen.de

Sachsen – das Land der großen Kontraste

Sachsens wunderschöne Landschaften, die aus Mittelgebirgen und Tiefland bestehen, wie auch seine Menschen sind sehr vielfältig. Die sächsischen Regionen sind reich an Geschichte und Kultur – Sachsen sieht sich gleichzeitig als modern und traditionsbewusst.

Die Landeshauptstadt Dresden

Dresden ist auf der ganzen Welt berühmt. Ein Grund dafür sind die prachtvollen Bauwerke, die aus der Zeit der Gotik und des Barock stammen. Dresden wurde im Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1945, fast vollständig von Bomben zerstört. Erst nach und nach konnte die Stadt wieder aufgebaut werden.

Die Dresdner Frauenkirche

Eines der bedeutendsten Bauwerke Dresdens ist die Dresdner Frauenkirche. Die evangelisch-lutherische Kirche, die zwischen 1726–1734 errichtet und im Krieg fast völlig zerstört wurde, blieb bis 1994 eine Ruine – als Mahnmal gegen den Krieg. Nach ihrem spektakulären Wiederaufbau zwischen 1994 und 2005 ist sie heute wieder das Wahrzeichen Dresdens und sichtbarer Mittelpunkt der Altstadt. Sie wird von vielen Menschen als ein Symbol für Versöhnung betrachtet.

Die Höhe der Frauenkirche ist 95 Meter bis zur Spitze des Kreuzes. Die mächtige, frei tragende Sandsteinkuppel der Frauenkirche ist die größte Steinkuppel nördlich der Alpen. Die Architektur der Frauenkirche ist so einmalig und reizvoll, dass die Kirche zu den schönsten Kirchengebäuden Europas zählt.

Der Zwinger und das Palais

In Dresden finden sich prächtige Bauwerke des Barock. Da ist zum einen der sogenannte Zwinger am Rand der Inneren Altstadt. Der Gebäudekomplex wird heute von einer Reihe Museen genutzt.

Das Palais im Großen Garten ist ein Palast, der nach französischem Vorbild gebaut wurde. Es war der erste Barockbau in ganz Sachsen, und der Große Garten gilt als schönster und größter Park Dresdens.

Die Semperoper

Die Semperoper ist eines der schönsten Opernhäuser in Europa und zählt zu den wichtigsten historischen Bauwerken Dresdens. Es ist im Stil der italienischen Hochrenaissance erbaut. An der Fassade kann man sechs Skulpturen sehen: Am Eingang sind die großen deutschen Dichter Schiller und Goethe. Des Weiteren befinden sich Shakespeare und Sophokles auf der linken, Molière und Euripides auf der rechten Seite. Hoch über dem prächtigen Eingangsportal sieht man eine Panther-Quadriga.

Ein bisschen Geschichte

Die Menschen, die heute in Sachsen leben, sind im Grunde gar keine Sachsen, also Nachkommen des germanischen Stammes der Sachsen. Diese echten Nachfahren leben heute eher in Niedersachsen.

Die Sachsen müssten eigentlich Meissener heißen. Denn Meissen ist der Ursprung des heutigen Bundeslandes. Dort baute König Heinrich I. im Jahre 929 eine Burg, um die kleine deutsche Siedlung mitten im slawischen Gebiet zu sichern. Zu Beginn wohnten hier germanische Stämme und später wurde das Gebiet von sorbischen Stämmen besiedelt.

Über die Jahrhunderte hinweg gab es mehrmals Kriege und Konflikte, und die Sachsen gewannen und verloren sowohl an Land als auch an Bevölkerung.

In unserer Zeit haben die Sachsen auch eine wichtige Rolle gespielt, denn schließlich waren es Sachsen, die 1989 mit mutigen Demonstrationen in Leipzig, Plauen und Dresden den Zusammenbruch der DDR einleiteten und so den Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ebneten.

Sport in Sachsen

In Sachsen liebt man den Sport. Er hat hier eine lange Tradition: 1900 wurde in Leipzig der Deutsche Fußball-Bund gegründet, und schon drei Jahre später gewann der "Leipziger Verein für Bewegungsspiele" die allererste Deutsche Fußballmeisterschaft.

Es gibt einige bekannte Sportler aus Sachsen. Kennst du vielleicht Katarina Witt (Eiskunstlauf), Michael Ballack (Fußball), Lars Riedel (Diskus), Ricco Groß (Biathlon), Jens Weißflog (Skispringen) und Sylke Otto (Rennrodeln)? Sie gehören oder gehörten alle zur Weltklasse in ihren Sportarten. Allein in den letzten Jahren haben Sportler aus Sachsen insgesamt 15 Medaillen bei Olympischen Spielen gewonnen.

In Sachsen treiben sehr viele Menschen Sport und sind häufig auch Mitglied in einem der 4451 Vereine, die es in diesem Bundesland gibt. Auch in den Schulen gibt es ein großes Interesse an Sport, und bei den schulsportlichen Wettkämpfen in Sachsen kämpfen pro Jahr 150 000 Schülerinnen und Schüler um die besten Resultate.

Uwe Tellkamp: Der Turm

Der Turm ist ein Roman von dem 1968 in Dresden geborenen Schriftsteller Uwe Tellkamp. Der Roman hat sehr viel Aufmerksamkeit erhalten und ist ein interessantes Buch, das vom Leben der bürgerlichen Elite in der damaligen DDR erzählt.

Nach seinem Militärdienst verlor Tellkamp wegen "politischer Unzuverlässigkeit" seinen Medizinstudienplatz. 1989 wurde Tellkamp kurz inhaftiert und studierte danach Medizin in Leipzig, New York und Dresden. Uwe Tellkamp lebte während der DDR-Zeit in dem bürgerlichen Dresdner Stadtteil Weißer Hirsch. Viele seiner eigenen Erfahrungen sowie Personen aus seiner Familie und seinem Bekanntenkreis findet man in seinem Roman wieder. Heute lebt er als Schriftsteller in Dresden.

Die Handlung des Romans Der Turm spielt zwischen dem 4. Dezember 1982 und dem 9. November 1989 in der DDR, hauptsächlich in der Landeshauptstadt Dresden. Im Zentrum der Handlung stehen Intellektuelle aus einem Villenviertel rund um die Straße Plattleite, die im Buch die Turmstraße heißt.

Der Roman ist fast 1000 Seiten lang und zeigt verschiedene Episoden aus der Sicht dreier Protagonisten: Christian Hoffmann, dessen Vater Richard Hoffmann (Oberarzt in der chirurgischen Klinik) und sein Onkel Meno Rohde (einem studierten Biologen, der als Lektor in einem guten Verlag arbeitet).

Meissen und Leipzig

Es gibt neben Dresden weitere Städte in Sachsen, die weltweit bekannt sind. Zwei davon sind Meissen und Leipzig.

In Meissen steht die älteste Porzellanfabrik in Europa. Seit mehr als 300 Jahren werden hier Kunstgegenstände und das schöne Meissner Porzellan hergestellt. Hier werden auch die berühmten und vor allem sehr teuren Porzellanfiguren gefertigt.

Es gibt viele Gründe, die über 800 Jahre alte Stadt Leipzig zu besuchen. Die Stadt verändert täglich ihr Gesicht. Überall sieht man riesige Baugruben neben neu restaurierten Handelshäusern und Passagen. Die Stadt ist spannend und lebendig. Leipzig ist zudem eine wichtige Messe- und Bankenstadt. Besonders die Buchmesse und die Automesse gelten als bedeutend.

Kennst du Namen wie Johann Sebastian Bach (1685–1750) und Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847)? Die beiden berühmten Komponisten waren zwar keine gebürtigen Leipziger, lebten und arbeiteten aber jahrelang in dieser Stadt.

Richard Wagner

Ein anderer weltberühmter Komponist und Dirigent wurde 1813 in Leipzig geboren: (Wilhelm) Richard Wagner.

Wagner hatte ein "gesundes" Selbstbewusstsein und war schon in der Jugend davon überzeugt, dass er ein Genie sei. "In fünfzig Jahren werde ich der Beherrscher der musikalischen Welt sein", sagte er. Er war ein kleiner Mann mit einer Körpergröße von 1,66 Meter, aber offenbar mit einer starken Ausstrahlung. Er war dafür bekannt, dass er unglaublich viel und schnell sprach, und er hatte viele Freunde, die sich für ihn und seine Kunst einsetzten.

Wagners Werke sind ein Höhepunkt der romantischen Musik und er war ein sehr wichtiges Vorbild für andere Komponisten. Vor allem sein Werk "Tristan" veränderte die Musiksprache des 19. Jahrhunderts und gilt als Ausgangspunkt für die moderne Musik. Wagner wollte mithilfe seiner Kunst zu einer besseren Volkserziehung beitragen und dadurch die Welt verbessern. Schon als junger Komponist mochte er die Idee, Musik mit Drama zu verknüpfen.

Bekannte Werke von Wagner sind unter anderem: Der fliegende Holländer, Tristan und Isolde, Tannhäuser, Der Ring des Nibelungen, Parsifal und Die Meistersinger von Nürnberg.

Wagner starb 1883 in Venedig.

Karl May und der Indianerhäuptling Winnetou

Viele lieben die Geschichten von Winnetou und Old Shatterhand. Der Schriftsteller, der diese Geschichten geschrieben hat, heißt Karl Friedrich May (1842–1912). Er wurde im Jahre 1842 in Ernstthal in Sachsen geboren. Das Haus, in dem Karl May gewohnt hat, befindet sich in Radebeul. Dort ist heute ein Karl-May-Museum.

Karl May hat nicht nur über den Wilden Westen geschrieben, doch Mays berühmteste Figur bleibt Winnetou, ein fiktiver Indianerhäuptling. Winnetou ist ein sympathischer und guter Apache, der für Gerechtigkeit und Frieden kämpft. Die zweite Hauptfigur in den Wildwest-Romanen ist sein weißer Freund Old Shatterhand.

Was sind typische Spezialitäten aus Sachsen?

In ganz Deutschland kennt und liebt man zwei Klassiker aus Sachsen: Christstollen und Bautzener Senf. Aber es gibt natürlich auch andere Spezialitäten aus dieser Region, zum Beispiel Leipziger Gose, Leipziger Lerchen oder Pulsnitzer Pfefferkuchen.

Der berühmte Dresdener Christstollen, der gern in der Weihnachtszeit gegessen wird, wurde um 1450 zum ersten Mal gebacken. Damals durfte man beim Backen nur Mehl, Hefe und Wasser verwenden. Das hatte der Papst entschieden. Der Kurfürst Ernst von Sachsen wollte im Jahre 1467, dass auch Butter für den Stollen genutzt werden durfte. Er schrieb einen Brief an den Papst, woraufhin dieser das Butterverbot änderte und gegen die Zahlung einer geringen Buße Butter sowie Milch als Zutat erlaubte.

Ein Klassiker aus der Bautzener Region ist der Senf, der aus verschiedenen Senfsaaten hergestellt wird. Er ist in den Varianten mittelscharf und scharf erhältlich und schmeckt zu kaltem Fleisch, Eiern, Wurst und eignet sich auch zum Kochen.

Die Leipziger Gose ist eine Bierspezialität mit Zutaten wie Salz und Koriander. Das Bier kommt eigentlich aus der Stadt Goslar, doch erst in Leipzig wurde die Gose um 1900 berühmt. Damals war die Leipziger Gose das meistgetrunkene Bier der Stadt. Heute gibt es nur noch eine Gosebrauerei – die Brauereigaststätte Bayerischer Bahnhof.

Die Leipziger Lerchen sind sehr beliebt, aber es handelt sich hier nicht um Vögel, sondern um marzipangefüllte Törtchen, die zum Kaffee serviert werden.

Die Pfefferkuchenstadt in Deutschland ist Pulsnitz. Sie ist für ihren leckeren Pfefferkuchen bekannt. Das süß-würzige Gebäck wird mit Honig gebacken und schmeckt nicht nur zu Weihnachten. Man kann sich fragen, warum diese Kuchen Pfefferkuchen heißen, denn sie enthalten ja keinen Pfeffer. Die Bezeichnung Pfefferkuchen stammt aus einer Zeit, in der alle Gewürze Pfeffer genannt wurden. Je nach Rezept werden die Pulsnitzer Pfefferkuchen mit Zimt, Sternanis, Muskat und Kardamom gewürzt.

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