Thüringen

Hauptstadt:
Erfurt (205 000 Einwohner
Autokennzeichen Erfurt:
EF
Lieblingsessen:
Thüringer Bratwurst
Kunst-Highlight:
Die Bauhaus-Schule
UNESCO-Stadt:
Weimar
Einwohner:
2 225 000
Landesportal:
www.thueringen.de

Thüringen - das grüne Herz in Deutschland

Viele denken an Wälder, wenn sie an Thüringen denken, und das ist auch ganz richtig. Der Thüringer Wald und einige weitere große zusammenhängende Waldgebiete Thüringens haben diesem Bundesland den Beinamen "Grünes Herz von Deutschland" eingebracht.

Die Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt "... liegt am besten Ort. Da muss eine Stadt stehen!" Das sagte einst der große Reformator Martin Luther im 16. Jahrhundert.

Magst du das Mittelalter? Dann ist Erfurt etwas für dich! Erfurt ist nicht nur eine der ältesten Städte in Deutschland, sondern auch eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Deutschlands.

Wenn man in Erfurt ist, sollte man unbedingt das schöne Rathaus besichtigen. Das neugotische Gebäude befindet sich auf einem der attraktivsten Plätze der Stadt, dem Fischmarkt. Am Fischmarkt, im Zentrum der Stadt, kann man viele alte und ganz besondere Gebäude ansehen. Hier gibt es auch tolle Cafés, Restaurants und viele Läden, in denen man sein Geld auf angenehme Weise loswerden kann.

In Erfurt gibt es 20 gotische Kirchen, unter anderem die Domkirche und die Severikirche. Beide Kirchen liegen nebeneinander auf einem kleinen Berg, zu dem man 70 Treppenstufen hinaufsteigen muss. Von hier aus hat man dann aber eine wunderschöne Aussicht auf den Domplatz. Er ist der größte Altstadtplatz der Welt. Die faszinierende Fachwerkarchitektur sorgt hier für die besondere Atmosphäre.

Leckeres aus Thüringen

In ganz Deutschland liebt man Würstchen, aber in Thüringen ist die Thüringer Rostbratwurst eine besondere Spezialität. Sie besteht aus gehacktem Schweinefleisch und vielen Gewürzen. Aber diese Gewürzmischung ist natürlich geheim! Nach einer alten Tradition wird die Wurst dann auf einem Grillrost gebraten.

Auch der Thüringer Kloß aus Heichelheim, das beliebte Schwarzbier aus Bad Köstritz, Senf aus Borna und die Schokoküsse aus Arnstadt (Wolf/Grabower Süßwaren) gehören zu den Leckereien aus Thüringen.

Die Wirtschaft in Thüringen

In der Stadt Jena gibt es eine bedeutende optische Industrie. Hier werden zum Beispiel Ferngläser und Mikroskope hergestellt. In der Firma Carl Zeiss werden etwa Geräte produziert, die Augenärzte für ihre Patientenuntersuchungen benutzen.

In Thüringen werden außerdem seit über hundert Jahren Autos hergestellt. Im ehemaligen Wartburg-Werk der DDR in Eisenach rollt heute der Opel vom Band.

Es gibt auch eine produktive Landwirtschaft in diesem Bundesland. Auf den Feldern Thüringens wachsen Kartoffeln, Raps, Mais, Zuckerrüben und Getreide. Viele Bauern haben auch Gemüse, Duftpflanzen, Gewürze und Heilpflanzen. Die meisten Bauern, die Tierzucht betreiben, haben Kühe und Schweine.

Der Gründer des ersten deutschen Kindergartens

Der bekannte Kindererzieher Friedrich Wilhelm Fröbel (1782–1852) stammt aus Oberweißbach im Thüringer Wald. Er erfand viele lustige Kinderspiele und gründete auch den ersten deutschen Kindergarten.

Weimar – Literatur, Kunst und Architektur

Weimar ist eine besonders sehenswerte Stadt, etwas östlich der Landeshauptstadt Erfurt. Hier gibt es viele Museen und historische Bauwerke.

Die weltberühmten und auch befreundeten Schriftsteller Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) und Friedrich Schiller (1759–1805) wohnten viele Jahre in Weimar. Oft bezeichnet man deren gemeinsame Schaffensperiode bis zu Schillers Tod als Weimarer Klassik. Weitere bedeutende Dichter dieser Zeit waren Christoph Martin Wieland (1733–1813) und Johann Gottfried Herder (1744–1803).

Ihre großartige Literatur ist überall auf der Welt bekannt: Vor allem Goethes "Faust"-Dramen, die Romane um "Wilhelm Meister", "Die Leiden des jungen Werther" oder die "Ballade vom Erlkönig", um nur einige zu nennen, gehören zu den wichtigsten Werken deutscher Literatur. Gleiches gilt z. B. für Schillers Ballade "Lied von der Glocke", seine "Wallenstein"-Dramen sowie für seine Theaterstücke "Wilhelm Tell" oder "Die Räuber".

Weimar ist außerdem für die klassische Architektur bekannt. Eines der wichtigsten Beispiele für das klassische Weimar ist das Goethehaus. Mehr als 40 Jahre lang bewohnte Johann Wolfgang von Goethe das im barocken Stil gebaute Haus am Frauenplan. Das Haus wurde 1792 von Herzog Karl August Herzog (1757–1828) erworben, nach den Vorgaben des Dichters umgestaltet und ihm 1807 offiziell übereignet.

Weimar steht gleich zweimal auf der UNESCO-Welterbeliste. Zum einen mit dem sogenannten "Ensemble Klassisches Weimar", das elf architektonische Denkmäler umfasst. Zum anderen – gemeinsam mit Dessau – mit verschiedenen Gebäuden des Staatlichen Bauhauses.

Die berühmte Schule für Architektur, Design und Kunst, das sogenannte Bauhaus, wurde in Weimar gegründet. Zwischen 1919 und 1933 revolutionierte die Bauhaus-Schule die Architektur. Die bekannten Bauhaus-Professoren Walter Gropius, Hannes Meyer und Wassily Kandinsky haben das Design und die Architektur des 20. Jahrhunderts stark geprägt. Beispielhaft für die Weimarer Bauhaus-Architektur ist das „Haus am Horn“, das 1923 als Musterhaus realisiert wurde. Die Bauhaus-Architektur ist für seine strengen kubischen Formen und Primärfarben bekannt, und es gibt eine klare und logische Formensprache. Eine weitere Besonderheit dieses Stils sind die Glasfassaden.

In Weimar kann man außerdem vier Schlösser besuchen: das Stadtschloss sowie die Schlösser und Parks Belvedere, Tiefurt und Ettersburg.

Gedenkstätte Buchenwald

In der Nähe von Weimar, auf dem Ettersberg, bestand von 1937 bis 1945 das Konzentrationslager Buchenwald. In diesem Lager waren über 250 000 Menschen aus fast 50 Nationen inhaftiert, und es gab mehr als 56 000 Todesopfer.

Nach dem Krieg wurde das Gelände von der sowjetischen Besatzungsmacht als Internierungslager genutzt. Bis 1950 waren hier insgesamt 28 000 interniert, und weitere 7000 Menschen starben in Buchenwald.

Heute kann man im ehemaligen Lager vier Ausstellungen besichtigen und verschiedene Gebäude und Anlagen sehen: Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers, Torgebäude mit Arrestzellenbau, Wachtürme, Krematorium, Kammergebäude und Desinfektion, Bahnhof, SS-Bereiche, Steinbruch und Friedhöfe.

Jena und Eisenach

Hier gibt es die Friedrich-Schiller-Universität: Jena war schon immer eine beliebte Studentenstadt, heute studieren ca. 20 000 Studenten in Jena. Viele bekannte Persönlichkeiten haben an der Jenaer Universität gearbeitet: neben Schiller zum Beispiel Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770–1831), Johann Gottlieb Fichte (1772–1814) und Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775–1854).

Das Wahrzeichen der Stadt ist der Jen-Tower. Er ist mit seinen 133 Metern und 31 Geschossen das höchste Gebäude in Jena. Mit der Antennenspitze ist der Turm sogar 159,60 Meter hoch und somit das zweithöchste Bürogebäude der neuen Bundesländer. Wenn man Höhenangst hat, sollte man sein Büro nicht ganz oben haben.

Der bekannte Kirchenreformator Martin Luther (1483–1546) lebte in Eisenach. Auf dem Marktplatz in der Stadtmitte kann man immer noch das Haus besichtigen, in dem er in seine Jugend verbrachte. Hier gibt es auch eine Luther-Ausstellung.

Als Martin Luther 1521 die Bibel ins Deutsche übersetzte, wohnte er in der Wartburg. Der Legende zufolge wurde die Wartburg bereits im Jahre 1067 von Graf Ludwig dem Springer gegründet.

In Eisenach ist auch der bekannte Komponist Johann Sebastian Bach geboren.

Eine weitere Sehenswürdigkeit in Eisenach ist unter anderem der Markt mit der Georgenkirche, in der Luther gepredigt hat. Der in dieser Stadt geborene Komponist Johann Sebastian Bach (1685–1750) wurde hier getauft.

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